Verkehrsluftfahrt in Deutschland seit 1955

Kurzbeschreibung:
Die deutsche Fluggesellschaft TUIfly ist eine Tochter des Touristikunternehmens TUI. Sie steuert bekannte Urlaubsorte des Mittelmeerraums, die Kanaren, Madeira und Ägypten an. Ein Großteil der Sitzplätze wird von TUI aber auch von Fremdveranstaltern für Pauschalreisen genutzt. Dennoch verzichtet TUIfly nicht auf den Einzelplatzverkauf vornehmlich über das Internet. Sie betreibt 11 Basen in Deutschland, an denen jeweils Personal und Flugzeuge vorgehalten werden. Neben Hannover sind es Berlin Brandenburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Karlsruhe/Baden-Baden, Köln/Bonn, München, Nürnberg, Stuttgart, Paderborn-Lippstadt und saisonal Saarbrücken.

Werdegang:
2007
: Die Marke TUIfly wird etabliert. Die beiden Fluggesellschaften Hapag-Lloyd Fluggesellschaft (Hapagfly) bzw. Hapag-Lloyd Express (HLX) führen für die neue Marke den Flugbetrieb durch. Hapag-Lloyd Flug konzentriert sich auf die operativen Aufgaben, die Schwestergesellschaft Hapag-Lloyd Express kümmert sich um den Vertrieb der „neuen“ TUIfly. Bei einigen Großkunden, wie z.B. den Reiseveranstaltern Alltours und der Rewe Group kommt der neue Markenname nicht gut an. Mit Lufthansa beginnen Verhandlungen über den Zusammenschluss mit Germanwings.

2008: Auch die Condor soll Teil des neuen Zusammenschlusses werden, nachdem die Übernahme von Condor durch airberlin im Juni scheitert. Ende des Jahres platzt aber das gesamte Allianzprojekt. In der Folge wird die TUIfly-Flotte um 10 Maschinen auf 35 reduziert. Eine Boeing 737-800 erhält ein Goldbären-Design. In den nächsten Jahren werden Flugzeuge immer wieder auch als Werbeflächen vermarktet, nicht nur für Haribo, sondern unter anderem z. B. für die Deutsche Bahn, für Bärenmarke, Volkswagen und CEWE. Aber auch Sonderlackierungen aus dem eigenen TUI-Konzern machen aufmerksam.

2009: Das City-Geschäft, welches ein Relikt der Low-Cost-Gesellschaft HLX war und sich als Verlustbringer erwies, wird an airberlin verkauft. Ab Winterflugplan 2009/2010 werden die Städteverbindungen von airberlin übernommen. Diese drängt nach Wachstum und so gelingt es einen für Hapag-Lloyd Flug / TUIfly äußerst vorteilhaften Flugzeugdeal über 10 Jahre einzufädeln. 14 Flugzeuge werden exklusiv im Wet-Lease mit kompletter Besatzung für die Berliner bereedert.

2010: Aus der Hapag-Lloyd Flug wird die Airline TUIfly, somit hat man ab jetzt unter dem Namen auch ein eigenes Flugbetreiberzeugnis (AOC). Das Flugreiseportal „TUIfly.com“ wird etabliert und hierüber werden auch Flüge anderer Fluggesellschaften angeboten. Die letzten 3 durch Germania betriebenen Boeing 737, ein Überbleibsel aus HLX-Zeiten, verlassen die Flotte.

2014: Im Februar wird eine werksneue B737-800 mit dem neuen weiß-blauen Dynamic Wave-Design ausgeliefert, damit wird konzernweit bei den Airlines ein einheitliches neues Corporate Design eingeführt. Tuifly verabschiedet sich nach und nach von ihren gelb lackierten Flugzeugen, welche eine Ableitung des gelb-schwarzen „Checker Cab“-Design aus HLX-Zeiten darstellte.

2015: Im Konzernverbund sollen zukünftig alle Airlines unter dem einheitlichen Lable auftreten.

2016: Wieder gibt es Fusionsgespräche, diesmal soll eine neue Fluggesellschaft entstehen. Flugzeuge sollen von TUIfly, Niki und airberlin eingbracht werden. Es soll eine schlagkräftige Airline mit ca. 60 Flugzeugen entstehen. Die Bemalung wird jetzt leicht geändert, der Schriftzug wird von „TUIfly“ auf „TUI“ gekürzt.

2017: Die Gespräche über die neue Fluggesellschaft werden ergebnislos abgebrochen. Mit dem Konkurs der airberlin werden große Teile von Eurowings übernommen. Die alten airberlin Wet-Leasing-Verträge werden neu verhandelt, 5 Boeing 737-800 werden noch exklusiv für Eurowings betrieben.

2019: Eine weitere Boeing 737-800 wird für Eurowings bereedert. Die ersten Auslieferungen von Boeing 737 MAX8 werden verschoben, Boeing muss an TUIfly Ausgleichzahlungen leisten. Aufgrund des Groundings und des Ausfalls der Boeing 737 MAX wird auf Wet-Lease zurückgegriffen. So fliegt u. a. auch Sundair für TUI.

2020: 6 Boeing 737-800, welche für Eurowings vermietet sind und betrieben werden, kommen Ende März zurück und überbrücken den andauernden Ausfall der Boeing 737 MAX8. 2 Boeing 737-800 verbleiben noch bei Eurowings. Die Corona-Pandemie legt weltweit u. a. den Flugverkehr lahm, hiervon ist der TUI Konzern als Urlaubsspezialist besonders stark betroffen. TUIfly beschließt die Flotte stark zu reduzieren, Entlassungen stehen an. Mit den Arbeitnehmervertretern und Verbänden beginnt ein Ringen. Die Langstreckenpläne mit Flügen in die Karibik und Einführung der Boeing 787 zum Füllen von eigenen Kreuzfahrtschiffen und Hotels werden verschoben. Die geplanten Flüge zur Wintersaison von Düsseldorf in die Karibik und nach Mexiko werden nicht aufgenommen. Die Schließung mehrerer Basen steht zur Disposition. Eine Flottenreduzierung auf 17 Flugzeuge kann durch Gespräche zwischen der Geschäftsführung und der Pilotenvereinigung auf 22 Einheiten abgemildert werden.

2021: Im März werden erneut 2 Boeing 737-800 mit Besatzung an Eurowings vermietet.

Quellen: TUI, airliners.de, Flug-Revue, D-AVIA – Luftfahrtarchiv

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